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Die intensive Suche nach Eisensteinlagern im Raum Hintermeilingen brachte Ende des 19. Jahrhunderts zwar nicht den gewünschten Erfolg; stattdessen aber wurde ein größeres Tonlager entdeckt. Die Tonwerke Gebrüder Schmidt in Hettenleidelheim (bei Mannheim) erwarben die Abbaurechte und nahmen die Grube in Betrieb. 1969 wurde die Tongrube an die Wilhelm Gail‘schen Tonwerke in Gießen veräußert, die später als Boizenburg Gail-Inax AG firmierten und 1999 in Konkurs fielen. Der Tonbetrieb wurde an die Mittelhessische Tonbergbau GmbH veräußert und besteht bis heute.

Für den Abtransport des gewonnenen Tons wurde zunächst eine mit Pferden betriebene Schleppbahn von der Grube zum Bahnhof Heckholzhausen, dem Endpunkt der Kerkerbachbahn, angelegt. Nach der Verlängerung der Bahnlinie über Hintermeilingen bis Mengerskirchen, die teilweise die Trasse der Pferdebahn nutzte, wurde 1905 bei km 19,02 ein beidseits an das Streckengleis angebundenes Anschlussgleis gebaut, an dem der Ton über eine Sturzrampe von der Feldbahn in die Waggons der Kerkerbachbahn umgeladen wurde.

1960 stellte die Grube Maria als letzter bedeutender Kunde an der „oberen Strecke“ auf Lkw-Versand um; dieser Verlust an Güteraufkommen führte dann auch zur Stilllegung der oberen Strecke der Kerkerbachbahn.



Baujahr
Hersteller
Fabr.-Nr.
Typ,
Bauart
Bemerkungen
1938
O&K
8967
B dm
1938 geliefert
Verbleib nicht bekannt
1942
O&K
10948
MD2
B-dm
1942 geliefert
1984 auf Spielplatz in Hintermeilingen (vorhanden)
1954
O&K
25303
MV0
B-dm
1954 geliefert
ca. 1980 abgestellt – als Denkmal an der Grube erhalten
1955
Schöma
1637
CDL20
B
1955 geliefert an Gail’sche Tonwerke, Gießen
???? auf Grube Maria
198? als Denkmal an der Grube aufgestellt; 1998 an privat (Löhnberg)
1956
Schöma
1870
CDL28
B
1956 geliefert an Erzbergbau Porta-Damme, Damme; 1970 an Tonbergbau S. Schmidt, Langendernbach
1977 an Gail’sche Tonwerke, Grube Maria
1990 an Torfwerk Werner Koch, Ramsloh
1975
Schöma
4064
CHL45G
B
1975 geliefert an Westerwiehler Hohlsteinwerk, Rietberg
1981 an Gail’sche Tonwerke, Grube Maria
1986 abgestellt; 1995 an Torfwerk Werner Koch, Ramsloh
Christopher: Die Kerkerbachbahnwww.bahn-express.de


1953 – Das Ladegleis ist beidseits mit einer handbedienten Weiche an das Streckengleis angeschlossen und durch eine ebenfalls handbediente Gleissperre gesichert; den Schlüssel für die Weichen und Gleissperren das Befahren des Anschlusses brachte der Zugführer aus Kerkerbach-West mit. Oberhalb der Sturzrampe lag das 600-mm-Feldbahngleis der Tongrube.
www.kerkerbachbahn.de




Zeichenerklärung

© Christoph König;   letzte Änderung: 25. 2. 2015