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Winteridyll in Wilhelmsdorf


Karte: KdR 1:100.000, Blatt 485 Friedberg, Ausgabe 1960
Typ
Bahnhof
Lage
bei km 22,9 der Taunusbahn; 399 m ü. NN
Eröffnung
1909
Stellwerk
1940 – 1982
Wf – Fahrdienstleiterstellw., mechanisch (Einheitsbauart)
seit 1993
ferngestellt von Stellwerk Usingen Uf
Signale
bis 1993
keine Signale
seit 1993
Licht-Ein- und Ausfahrsignale (Nebenbahn-Kompaktsignale)
Personenverkehr
Inselbahnsteig
Güterverkehr
kein Güterverkehr mehr
Anschlüsse
bis ca. 1990
BGS-Lager Hundstadt, ehem. Munitionsanstalt (Muna)
nicht realisiert
Flugplatz Merzhausen

Der Bf Wilhelmsdorf (Ts) liegt auf der Wasserscheide zwischen Usa (Richtung Nidda/Main) und Weil (Richtung Lahn). Die Strecke führt von Usingen her durch dichtes Waldgebiet; die Züge müssen auf der 5 km langen Rampe 100 m Höhenunterschied überwinden (1:50). Richtung Hundstadt führt die Strecke im weiten Boden durch die Felder.

Einst sollte der Bahnhof Wilhelmsdorf gleich zwei Gleisanschlüsse erhalten: Der nach Norden zur Munitionsanstalt (Muna), dem späteren BGS-Lager Hundstadt, wurde realisiert. Ein zweiter sollte zum Flugplatz Merzhausen führen; der Bau wurde begonnen, aber nicht fertiggestellt. In der Karte von 1960 (links) sind beide Anschlüsse gut zu erkennen. Vom Bahnhof (Pfeil) zum BGS-Lager führt die rot gestrichelte Linie (Nr. 1), während auf der geplanten Gleistrasse zum ehemaligen Flugplatz (Erdfunkstelle, Nr. 2) ein Feldweg verläuft (gelb markiert). Die markante Unterführung unter der Straßenkreuzung im Wald südlich von Wilhelmsdorf war in der Landschaft noch vor einigen Jahren gut erkennbar. In dem Einschnitt südlich der Straßenkreuzung befindet sich heute ein Schießstand.

Nachdem der frühere Bahnhof durch Rückbauten und spätestens seit dem Abbruch des Gleisanschlusses zum BGS-Lager Hundstadt eigentlich ein Haltepunkt geworden war, wurde er nach 1992 wieder zum Kreuzungsbahnhof ausgebaut.


Nebenbahnwirklichkeit 1992

Personenzug nach Friedrichsdorf

Die einzige Weiche

Umbauarbeiten im März 1992

Blick zum Bahnsteig

Zugkreuzung


1951 – Direkt nach dem Krieg zeigt der Gleisplan noch die erhebliche Bedeutung, die Wilhelmsdorf als Anschlussbahnhof für die Munitionsanstalt und den Flugplatz Merzhausen besessen hatte. Noch ist das Culemeyer-Gleis für die Versorgung des Flugplatzes vorhanden, und rechts unten ist der Anschluss der Muna zu sehen.
Christopher/Söhnlein: Erfolgsgeschichte Taunusbahn








1969 – Der Bahnhof ist inzwischen unbesetzt, Kreuzungen über das 270 m lange Kreuzungsgleis sind vom Zugpersonal abzuwickeln. Rechts unten ist das Muna-Anschlussgleis zu erkennen. Noch gibt es relativ viele Nebengleise.
Bildfahrplan 1969/70; Christopher/Söhnlein: Erfolgsgeschichte Taunusbahn








1993:  Mit der Überarbeitung der Strecke ist der Bahnhof Wilhelmsdorf wieder zur Kreuzungsstation geworden. Dafür sind die Anlagen für den Güterverkehr verschwunden. Die beiden Bahnhofsgleise sind zwar freizügig nutzbar, werden aber – wegen der Lage der Bahnsteigzugänge – in der Regel im Linksverkehr befahren.




Zeichenerklärung

© Christoph König;   letzte Änderung: 5. 9. 2013