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Christianshütte von Westen

Typ
Bahnhof
Lage
bei km 11,1 der Kerkerbachbahn
Eröffnung
10. 1. 1888
Schließung
17. 12. 1960
Stellwerk
kein Stellwerk
Signale
keine Signale
Personenverkehr
Abort
Güterverkehr
Kopf- und Seitenrampe, Güterschuppen, Waage (20 t)
Betriebseinrichtungen
bis 1937
Lokschuppen, Werkstatt
Anschlüsse
1916 – 1931
Grube Magnet (Eisenerz; Förderbahn, Sturzrampe)

Die kleine Siedlung Christianshütte entstand wohl vor dem 18. Jahrhundert als Waldschmiede. 1783 erbaute der holländische Unternehmer Johan Haetjens mit Privileg des Grafen Christian Ludwig von Wied-Runkel ein Herrenhaus und eine Gießerei; 1822 kaufte Buderus die Anlagen und führte die Gießerei weiter. 1878 legte Buderus den unwirtschaftlich gewordenen Holzkohlehochofen still, 1881 wurde der ganze Komplex für 49.000 Mark an die späteren Anteilseigner der Kerkerbachbahn AG versteigert und gelangte so ins Betriebsvermögen der Bahngesellschaft.

Die Kerkerbachbahn eröffnete in den Werksgebäuden 1887 ihre Verwaltung und Werkstatt und begann zielstrebig damit, den kleinen Ort zur Sommerfrische aufzubauen. Ein Hotel mit Kaffeegarten, Kurhaus mit Kegelbahn, Tennisplätze und der zum Aussichtsturm umgebaute ehemalige Hochofen machten Christianshütte zum beliebten Ausflugsziel. Doch der Niedergang folgte rasch: 1906 verlegte die KBB ihre Verwaltung nach Kerkerbach, und mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs war auch die Ausflugsherrlichkeit weitgehend Geschichte. Stattdessen wurde 1916 die nahegelegene Grube Magnet an die Bahnstrecke angeschlossen. Der Werkstättenbetrieb blieb bis 1937 erhalten, zum Fahrplanwechsel 1938 verlor Christianshütte dann auch die Funktion als Lokomotiveinsatzstelle an Kerkerbach-West.

Heute zeugen in Christianshütte nur wenige Gebäude noch von der einstigen Bedeutung des kleinen Ortes.


Herrenhaus

Dienstgebäude


1900/1916 – Auch als betrieblicher Mittelpunkt der Kerkerbachbahn verfügte Christianshütte nur über eine Ausweiche, ein Ladegleis mit Rampe und zwei über eine Drehscheibe angebundene Schuppen- bzw. Werkstattgleise. Alle Weichen waren handbedient, Signale gab es keine. Der Anschluss unten links führte (ab 1916) zum Christianstollen der Grube Magnet.
Christopher: Kerkerbachbahn








Zeichenerklärung

© Christoph König;   letzte Änderung: 5. 2. 2015