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Karte: TK 25, Blatt Braunfels und Umgebung (Ausgabe 1973); Kartengrundlage: Hess. Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation)
Die Lindelbachbahn (bisweilen auch „Lindenbachbahn“), eine meterspurige, rund 4,4 Kilometer lange Schmalspurbahn, verband seit 1884 die Kruppschen Eisenerzgruben südwestlich von Braunfels mit dem Bahnhof Stockhausen (Lahn) an der Lahntalbahn. Bis 1886 fand auch eine Erzverladung direkt von der Lahnbrücke der Lindelbachbahn in darunter liegende Lastschiffe statt; dieser Transportweg wurde jedoch (u. a. wegen des schwankenden Wasserstandes der Lahn) aufgegeben.

In der Karte links ist der Verlauf der Schmalspurbahn (schwarz/weiß) vom Bahnhof Stockhausen (roter Pfeil) über die Grube Anna zur Grube Würgengel dargestellt. Die Bahn überquerte das Lahntal auf einer Brücke, passierte die Zentralwerkstätte Tiefenbach und durchquerte dann den Ort Tiefenbach. Südlich davon ist der hohe Bahndamm noch heute vorhanden und dient als Wanderweg; ab der Grube Anna folgt die Bahn der Landstraße; Endpunkt war die Verladeanlage der Grube Würgengel (blauer Pfeil).

Am südöstlichen Brückenkopf der Lahnbrücke
Von der Verladeanlage der Grube Würgengel (Karte rechts: roter Pfeil) führte seit 1916 eine mehrfach verzweigte Bahn mit 600 mm Spurweite (blau/weiß) weiter nach Süden zu den Gruben Dickeloh, Martha und Gloria, zur Grube Florentine (die wiederum über den Florentiner Stollen mit der östlich verlaufenden Ernstbahn verbunden war), zum Helenenstollen und zur Grube Wetzlarburg mit dem Bermbacher Stollen.

Auch diese Bahn, die genau der Geländekontur folgt, lässt sich bis zur Grube Florentine im Wald noch heute gut erkennen; fast auf der ganzen Länge wurde das Planum aus dem steilen Felshang des Lindelbachtales herausgehauen. Ab der Grube Florentine verläuft ein Waldweg auf der ehemaligen Bahntrasse.

Die Erzgruben an der Lindelbachbahn
Anna
1836   –   1949
Dickenloh
1846 – 1894
1937 – 1944
Florentine
1858 – 1923
1940 – 1949
Gloria
1838 – 1896
(1940 – 1949)
Würgengel
1853 – 1924
1934 – 1945

Bereits 1906 erreichte die Bahn ihre größte Auslastung mit einer Jahrestransportmenge von über 53.000 t. 1940 wurde noch der Personenverkehr zwischen Tiefenbach und Würgengel aufgenommen.

Nachdem die Grube Anna 1949 als letzte ihren Betrieb eingestellt hatte, wurde die Lindelbachbahn 1950 außer Betrieb genommen und in den Folgejahren abgebaut. Insgesamt waren in den 66 Jahren des Betriebs rund 2 Millionen Tonnen Eisenerz über die Schmalspurbahn transportiert worden. Die Werkstatt in Tiefenbach bestand noch bis 1971.








Karte: TK 25, Blatt Braunfels und Umgebung (Ausgabe 1973); Kartengrundlage: Hess. Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation)

© Christoph König;   letzte Änderung: 29. 5. 2013