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Die Aufbereitung in Ahausen
Der Otto-Stollen, der im Grundbachtal südöstlich von Ahausen ansetzt, verband einst mehrere Eisenerzgruben mit der Erzverladung am Weilburger Bahnhof. Ursprünglich 1903 zur Lösung (Wasserableitung und Erzabfuhr) der Buderusschen Gruben „Buderus“ und „Thor“ angelegt, wurde er 1923 stillgelegt, aber 1928 erneut „aufgewältigt“, um die weiter südöstlich gelegene, 1927 von Buderus übernommene Grube Allerheiligen anschließen zu können. In den Folgejahren wurde der Stollen auf 2,7 km verlängert und in Beton ausgebaut. 1932 erfolgte der Durchschlag zur Grube Allerheiligen, zunächst zur Wasserlösung. Ab 1934 wurde das gewonnene Erz über den Otto-Stollen abgefahren.

Die Länge des Stollens stellte beim Betrieb mit Benzollokomotiven ein Problem für die Bewetterung (Frischluftzufuhr) dar, so dass 1934 mehrere Arbeiter eine schwere Kohlenmonoxidvergiftung erlitten.

Die Buderusschen Erzgruben bei Weilburg
Allerheiligen
1830 — 1875*
1928 — 1960
Justine
1837(?) — 1933
Buderus I
1898 — 1923
Thor
1904 — 1914


Die südöstlich von Ahausen gelegene Grube Thor hatte Buderus von den Frank’schen Eisenwerken (Niederscheld) angepachtet. Nachdem der Otto-Stollen 1904 bei 740 m die Grube erreichte, wurde die Förderung aufgenommen, das Erz durch den Stollen in Richtung Ahausen abgefahren. 1914 war das Erzlager erschöpft; die Belegschaft wurde auf die Grube Buderus I verlegt.

Die Grube Buderus I, weiter östlich auf Drommershäuser Gebiet gelegen, wurde seit 1898 durch den Sophienstollen erschlossen; ihre Erzlager hörten auf die Namen Dorothea, Emilie und Louise (und folgten damit einer Buderusschen Tradition, wirklich wichtige Dinge nach Frauen zu benennen). 1914 erreichte der weiter vorgetriebene Otto-Stollen die Grube, deren Erze seither auf diesem Wege abgefahren wurden. 1923 wurde auch diese Grube wegen Erschöpfung des Erzlagers stillgelegt und der Otto-Stollen aufgegeben.

Die Grube Allerheiligen, zwischen Weilburg und Kubach gelegen, entstand ab 1830 aus mehreren Vorgängerfeldern; 1862 wurde die Grube dem „Nieverner Bergwerksverein zu Nievernerhütte“ (bei Bad Ems) auf Roteisenstein verliehen, ging später an die Frank’schen Eisenwerke über. Der 1867 gebaute Schacht musste nach einem plötzlichen Wassereinbruch aufgegeben werden, so dass das Bergwerk ab 1875 still lag. 1927 erwarb Buderus in Wetzlar das stillliegende Bergwerk.

1928 wurde die Grube wieder in Betrieb genommen, 1936 eine neue Schachtanlage errichtet. Ab 1934 erfolgte die Erzabfuhr über den neu aufgewältigten Otto-Stollen zur Aufbereitung am Ortsrand von Ahausen und von dort weiter über die Lahnbrücke zum Sturzgerüst am Weilburger Bahnhof. Nachdem am Ende des Zweiten Weltkriegs die Brücke zerstört worden war, wurde vorübergehend eine Transportseilbahn über die Lahn eingerichtet. 1955 wurde auf Lkw-Versand von der Tagesanlage zum Weilburger Bahnhof umgestellt, bis zur endgültigen Stilllegung der Grube im Jahr 1960. Heute dienen die Grube Allerheiligen und der Otto-Stollen der Weilburger Wasserversorgung.

Die früheste Buderus-Grube bei Weilburg, die Grube Justine wurde bereits 1837 durch den Carl-Martin-Stollen erschlossen, 1851 kam der 5 m tiefer angesetzte Louisenstollen hinzu, der bis auf 200 m aufgefahren wurde. Die Grube erlangte keine größere Bedeutung und wurde 1933 aufgegeben.







© Christoph König;   letzte Änderung: 16. 1. 2017