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Das Werksgebäude an der Nauheimer Straße
„Geyserit“ bezeichnet eigentlich in Geysiren oder Thermalquellen entstandene nichtkristalline Kieselsinter, eine der Erscheinungsformen von wasserhaltigem Siliziumdioxid. Aber auch für Quarz (also reines SiO2) wurde der Begriff früher verwendet.

Seit 1913 wurde in der Umgebung von Usingen Quarz abgebaut; Betreiber der Brüche waren die aus Gotha stammende “Gewerkschaft Melzingen“, die den Bruch am Unstrütchen in der Gemarkung Eschbach besaß, sowie die „Gewerkschaft Dörrberg“ mit dem gleichnamigen Bruch in der Kransberger Gemarkung.

Der an der Nauheimer Straße gelegene Steinbruch sollte zunächst an die geplante Nebenbahn Usingen – Bad Nauheim angeschlossen werden. Nachdem dieses Projekt aufgegeben worden war, erwirkte die Gewerkschaft Melzingen 1919 die Genehmigung zum Bau einer Schmalspurbahn zum Usinger Bahnhof. Wegen des wirtschaftlichen Niedergangs nach dem Ersten Weltkrieg zog sich der Bahnbau bis 1923 hin, etliche Beanstandungen wurden nie behoben. Und bereits 1927 wurde die Bahn sang- und klanglos eingestellt und abgebaut.

Die Bahn besaß eine Spurweite von 900 mm und verfügte über zwei Dampflokomotiven und eine Reihe von Waggons verschiedener Bauart.

Nach dem Niedergang des Abbaus pachtete 1936 die Osram KG in Berlin den Bruch. In den nächsten Jahren erwarben die Jeaner Glaswerke Schott den Quarzbruch am Unstrütchen und fassten ihn mit den Bremthaler Quarzitwerken unter diesem Namen zusammen. Seit 1997 schließlich ist die Mineralmühle Leun Rau GmbH & Co. KG Eigentümer des Steinbruches.


Werksgebäude

Detail

Lokomotive


1923 – Die Verladeanlage am Westkopf des Bahnhofes Usingen besaß recht umfangreiche Schmalspurgleise (im Plan grün dargestellt) und drei Regelspurgleise (schwarz). Die Verladung des Quarzgesteins erfolgte über eine Hochrampe (Bildmitte), von der die Schmalspurwaggons direkt in die unterhalb stehenden Reichsbahnwaggons entleert wurden.
Christopher/Söhnlein: Erfolgsgeschichte Taunusbahn









Zeichenerklärung

© Christoph König;   letzte Änderung: 10. 9. 2015